Fachbereich Mathematik

Institut für Didaktik der Mathematik

 
 
 
 
 
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   Christof Schreiber
Klassische WebQuests in der Grundschule

Vorbemerkung
Das Lernen in und mit dem Internet bietet dem Nutzer Materialien in scheinbar unbegrenzter Vielfalt. Literatur und sonstige Materialien lassen sich mit wenigen Mausklicks abrufen und können sehr komfortabel genutzt werden. Andererseits stellt sich gerade für ungeübte Nutzer das Problem, wirklich passende Information zu finden, die Zuverlässigkeit der Information zu prüfen und diese dann angemessen zu verwenden. Selbst manche geübten Nutzer verwenden Internetseiten, ohne diese kritisch zu prüfen und kopieren dann diese Seiten teilweise oder komplett in den eigenen Text. Bei diesem "ergoogeln" von Informationen wird neben den oft fragwürdigen Inhalten auch keine Kompetenz im Umgang mit den Neuen Medien geübt, sondern eher die Frustrationstoleranz der Schülerinnen und Schüler geprüft.
Genau hier setzt die Methode des WebQuest an: Im WebQuest werden die Schüler und Schülerinnen direkt auf vorausgewählte Seiten "verlinkt". Aufgabe der Schüler ist dabei, die Information der vorgegebenen Seiten so zu nutzen, dass diese in einer Präsentation wieder an die Klasse weitergegeben werden kann. Die Schüler und Schülerinnen werden also vom Lehrenden auf ausgewählte Seiten geführt und haben die Aufgabe, die dort die entsprechenden Inhalte entnehmen und für eine Präsentation aufzubereiten.

WebQuest - Methode
Die von Bernie Dodge und Tom March entwickelte WebQuest - Methode war für Erwachsene bestimmt. In der ursprünglichen Methode soll eine Aufgabe mit Hilfe der Möglichkeiten, die das Internet bietet bearbeitet werden. Dabei nehmen die verschiedenen Gruppen verschiedene Rollen ein. Die Aufgabe wird also unter verschiedenen Blickwinkeln gelöst. Am Ende sollen die gewonnen Ergebnisse dann mit allen Gruppen diskutiert und am besten wieder im Internet zur Verfügung gestellt werden. Christine Bescherer verwendet die Methode in Hinblick auf die Mathematik in der Schule und zeigt einige Beispiele für den Einsatz in der Sekundarstufe I.

WebQuests für Grundschüler
Hier wird ein eher klassisches WebQuest-Beispiel für die Grundschule vorgestellt. Dabei sind nicht alle Aspekte der WebQuest-Methode nach Dodge umgesetzt. Das WebQuest für die Grundschüler ist vereinfacht. Wesentlich ist hier die Nutzung des WWW als Quelle und die Präsentation der zu bewältigenden Aufgabe. Eine für die Primarstufe angepasste Version der WebQuests, die PrimarWebQuests, werden von mir hier vorgestellt.

Folgender Aufbau kann für die Arbeit in der Grundschule beispielhaft sein:

roemer1 Einleitung
Die Einleitung dient dazu, die Schüler und Schülerinnen auf das Thema einzustimmen. Ihr Interesse soll geweckt und Bezüge zur Lebenswelt hergestellt werden.
Aufgabe
Hier wird die Aufgabe umrissen und zwar nicht detailliert im Ablauf der zu erledigenden Schritte, sondern im Zentrum steht das zu bewältigende Projekt. Meist wird die Art, wie die gefundene Lösung präsentiert werden soll, genannt, nicht aber die Schritte dorthin erläutert. Die Präsentation kann als Plakat, mit Power Point, als Rollenspiel oder Theaterstück, Ausstellung etc. erfolgen.
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roemer3 Vorgehen
Die Schritte, die zur Bewältigung der Aufgabe erforderlich sind, sollen hier beschrieben werden. Dabei sollte nicht mehr als nötig vorgegeben werden. Kann die Klasse bereits sehr frei arbeiten, braucht man eventuell nur wenige Hinweise. Andere Klassen benötigen detailliertere Anweisungen. Der Umgang mit Material und Quellen, Suche und Bearbeitung von Informationen, konkrete Fragen und Anweisungen, Art der Zusammenarbeit sowie die Art der Präsentation werden hier genau beschrieben.
Quellen
Je nach Thema können verschiedenste Quellen genutzt werden. Das WWW ist die Standardquelle der WebQuests, sollte aber in der Regel nicht die einzige bleiben. Für jedes Thema sollten deshalb die am besten geeigneten Quellen genutzt werden. Die Anzahl der Quellen sollte für die Schülergruppe überschaubar sein.
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roemer5 Bewertung
Die Anforderungen an die Schüler werden hier tabellarisch dargestellt. Die Schüler erfahren so schon zu Beginn ihrer Arbeit die Kriterien, die zur Bewertung ihrer Arbeit verwendet werden. Dies kann von den Schülern und Schülerinnen als Hilfestellung genutzt werden, um die Erwartung der Lehrperson an das Produkt zu erfüllen. Für die Grundschüler haben wir uns auf zwei Niveaus beschränkt, die eher gute und sehr gute Leistungen beschreiben. In höheren Klassen wird oft zwischen drei bis vier Leistungsniveaus differenziert, die in der Regel sehr gute bis ausreichende Leistungen beschreiben.
Fazit
Günstigerweise ist das Fazit mit der Einleitung inhaltlich verbunden und kann so wieder einen Anschluss an die Lebenswelt, eine Verwendung der Erkenntnisse für den Alltag oder einen Ausblick auf weitere interessante Fragen bilden.
roemer6

Hier wird das Beispiel dieses WebQuests vorgestellt



 ©2006 FB Mathematik, Universität Frankfurt Christof Schreiber
zuletzt geändert am 21.12.2007